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'Les Maries du Rhin'

Programm

Unter den unzähligen bildlichen Darstellungen der Gottesmutter in Europa und in Deutschland ragt eine Gruppe besonders heraus: Es sind die rheinländischen Madonnen des 13. und 14. Jahrhunderts, welche bis heute die Betrachter mit ihrem selig lächelnden Gesichtsausdruck bezaubern. Seinen Ursprung hat dieses Lächeln vermutlich in den Kölner Reliquienbüsten der Heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen, die durch ihr Martyrium das Himmelreich erschauten. Wie die verzückten Antlitze dieser Jungfrauen zeugt auch das der allerhöchsten Jungfrau Maria vom Triumph über Schmerzen und Tod und von der Erlangung ewiger Gottesgnade. Diese grundlegende christliche Erfahrung, eingefangen von mittelalterlichen Bildhauern, Tafelmalern oder Goldschmieden, schlägt sich ebenso in den Marienliedern nieder. Es lag nahe, den geistlichen Lobgesängen des 9. bis 15. Jahrhunderts auf die barmherzige Muttergottes, die schöne Braut Christi, die siegreiche Himmelskönigin und die von Sünden befreite „neue Eva“ rheinische Marienbilder zur Seite zu stellen, in denen eben diese Aspekte ihrer Bedeutung und Verehrung durch die Jahrhunderte zum Ausdruck kommen. Unsere musikalische und kunstgeschichtliche Rheinreise hat ihren Schwerpunkt zwar in der Gegend um „die hillige stat von Cöllen“, soll aber auch an anderen Zentren des Marienkults vom Oberrhein bis in die Niederlande Station machen. 

Programm:

St. Galen (9. Jh.) - 'Ave maris stella'

Insel Reichenau, Hermannus Contractus (12.Jh.) - Sequenz 'Ave preaclara maris stella'

KONSTANZER KONZIL
• „Ave muetter, küniginne“ (Oswald von Wolkenstein, um 1377 – 1445)

KOLMARER LIEDERHANDSCHRIFT (um 1460)
aus Frauenlobs (Heinrich von Meissen, (etwa zwischen 1250 und 1260 – 1318) „Guldin flügel“:
• „Ey ich sach in dem trone eyn jungfraw“
• „Nu merckent wie sie truge“
• „Ich binß die gröste von der kür“
• „Wie die döne schöne löne“
Walther von der Vogelweide (1170 – 1230)
• „Mary“

STRAßBURGER MANUSKRIPT
Heinrich von Laufenberg (um 1390 – 1460)
• „Bist grust, maget reine"

HILDEGARD VON BINGEN (1098-1179)
• Sequenz: „O virga ac diadema“

ST. MARIA, ANDERNACH
diese Handschrift aus dem 12. Jh. lag bis zum 3.3.09 im Kölner Stadtarchiv
• Antiphon: „Audite, o lucis filie“


KÖLNER DOM- und DIÖZESANBIBLIOTHEK
aus einem Kölner Antiphonar des 13. Jh.
• Marienhymnus: „Gaude visceribus“

LIEDERBUCH DER ANNA VON KÖLN, UM 1500
• „Mit vrouden quam der engel“
• „Ich sachz eyns mols“ (Glogauer Liederbuch)
• „O laist ons vroelich syngen“

LIEDER VOM NIEDERRHEIN UM 1500
aus der Berliner Handschrift 922 (Melodie Rostocker Liederbuch)
• „So vro steynt bloemen up der vesten“
aus der Berliner Handschrift 190
• „Fonteyne moeder“
• „Laet ons mit hogher vrolicheit“


Musikerinnen:
Maria Jonas – Gesang
Elisabeth Seitz – Hackbrett
Johanna Seitz – Harfe
Susanne Ansorg – Fidel

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