Seit 2007 gibt es das privat organisierte EQUINOX Musikfestival
in Köln. Im ersten Jahr noch aus einer Laune heraus entstanden
und thematisch auf 'irgendwas mit Wikingern' ausgerichtet, hat sich das
Festival in den letzten vier Jahren inhaltlich stark gewandelt und
betrachtet sich heute als Veranstaltungsreihe, die sowohl für
das Publikum als auch für die Musiker interessante Aspkte
bietet. Alleinige programmatische Ausrichtung ist die Musikszene
Norwegens, wobei die musikalische Spannweite vonm frühen
Mittelalter über Klassik biz zum Nujazz reicht.
Während das festival in den ersten Jahren auf eine Woche konzentriert war, wird EQUINOX 2010 der Publikumsentwicklung entsprechend das erste Mal Konzerte über den gesamtenHerbst verteilt präsentieren. Streng genommen ist EQUINOX also keine Musikfestival mehr, sondern eine Konzertreihe. Nichts desto trotz werden wir den einmal eingeführten Namen weiterführen.
Für EQUINOX ist es wichtig, Norwegens Musikszene aus immer wieder neuen Blickwinkeln zu präsentieren und gegebenenfalls beliebte Künstler - wie in diesem Jahr Ketil Bjørnstad - auch mehrmals einzuladen und sie in anderem Kontext zu präsentieren. Daneben werden aber auch immer wieder andere Stars und interessante Newcommer zu hören sein, so dass die Programmgestaltung trotz der Ausrichtung auf 'nur ein Land' über die Jahre abwechslungsreich bleibt.
Ebenso wichtig wie die bunte Programmpalette für das Publikum sind aber auch die Möglichkeiten, die EQUINOX den Künstlern bietet: die M usiker werden von der Organisation bewußt dazu aufgefordert, die eigenen stilistischen Schranken nach Lust und Laune zu erfüllen, zu erweitern oder zu durchbrechen. EQUINOX versteht sich als Bühne für Experimente - auch auf die 'Gefahr' hin, das Publikum hin und wieder ein wenig zu überraschen. Deshalb werden zum Beispiel Räume ausgewählt, die - wie etwa Kirchen - bestimmte akkustische Anforderungen stellen, mit denen sich die Musiker auseinandersetzen können. Oder es werden längerfristige musikalische Zusammenarbeiten gefördert, so zum Beispiel ein Projekt, bei dem norwegische und deutsche Komponisten für Muiker des Festival eine gemeinsame Komposition schreiben und aufführen - das Ergebnis wird 2011 in Köln, Berlin und Oslo zu hören sein!
Quasi als 'Nebeneffekt' der monothematischen Ausrichtungen beginnt EQUINOX sich zunehmend auch zu einer interessanten Plattform für musikhistorische Aspekte Norwegens zu entwickeln: wo in Deutschland sind Werke des Barockkomponisten Georg von Bertouch zu hören, der 1668 in Helmershausen geboren wurde und 1743 in Oslo als norwegischer General und Komandant der königlichen Festung Akershus starb? kantaten und Kammermusik werden wir im dezember 2010 präsentieren. Wer kennt die norwegischen Romantiker neben Grieg - Johan Svendsen, Agathe Backer Grøndahl, Christian Sinding u.a., mit denen sich EQUINOX in 2011 schwerpunktmäßig auseinandersetzen wird?
In diesem Sinne wünscht das EQUINOX Musikfestival Besuchern, aber auch allen Muikern viel Freude und Anregungen,Ihr
Hartmut Schulz
Festivalleiter



